Ich wähle aus

Ich wähle aus, was ich als handwerkliche Beschäftigung tun will.

Ich kann auswählen und es fühlt sich gut an.

Natürlich habe ich zuerst Restarbeiten erledigt. Wenige Töpfereien sind durch den Umzug zerbrochen, eine ist hier ihren Spannungen vor dem Rohbrand erlegen. Trockenen Ton kann ich rezyklieren, wieder klatschnass mache, stehen lassen, überschüssiges Wasser dekantieren und in der Gipsform, die ich nun habe, schön regelmässig etwas trocknen lassen. Teilweise habe ich den Ton geknetet, um die Schüssel, die die Gipsform anbietet, auszulegen.

Weil ich eine Aussenzeichnug will, habe ich begonnen, bewusst kleine Unregelmässigkeiten in Kauf zu nehmen, habe die Tonstücke gut miteinander verbunden, aber mit weniger Aufwand.

Jetzt ist die vorläufig letzte Tonschüssel am Trocknen. Danach verarbeite ich Porzellanton. Die Gipsform muss also gründlich ausgewaschen werden und vom B 128 gereinigt.

Im Frienisberg habe ich den Respekt vor teuren Materialien verloren. Seit 43 Jahren ist Töpfern mein Haupthobby. Immer habe ich auf den Preis meines Tons geachtet. Ich habe meine töpferischen Fähigkeiten in Relation gesetzt zu welches Material zu luxuriös für meine töpferischen Fähigkeiten ist.

Auf dem Frienisberg gab es von Allem nur die Luxusvariante und nein, kaum eineR konnte geschickter Töpfern als ich, die gesamte Leitung, alles Nichtausgebildete, inklusive.

Die wertvollen Materialien werden dort eingesetzt, um Nichtkönnen zu kaschieren. Ich habe ganz grosse Augen bekommen. So etwas wäre mir nie selbst in den Sinn gekommen. Allerdings ist jetzt meine Überlegung, wenn ich mir das Beste vom Besten kaufe und vertöpfere, was kommt dabei raus? Ich bin gespannt.

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