Täglich dasselbe sagen

Also täglich wiederholt die Ukraine ihre Forderungen. Nicht erst seit Kriegsbeginn, sondern seit Jahren.

Das ist ein Unterschied zwischen meinereins, eine CP-Person, die ich kenne, sagte auch, dass sie sofort die Konsequenzen erfasst, wenn irgendwas geschieht oder eine Theorie diskutiert wird.

Also umgesetzt auf die Ukraine oder andere Politik, z. B. auch Umweltschutz: Unsereins reagiert lieber früh, wenn noch kein Schaden entstanden ist oder der Schaden noch klein ist.

Normal ist, zuzuwarten, zu beobachten, ob man vielleicht nichts tun muss, sich das Problem von selbst löst oder noch besser gar nicht stellt.

Das Problem Ukraine stellt sich mit jedem Toten dringender und die Kriegsverbrechen haben die Dringlichkeit beschleunigt. Sofort wurden die Sanktionen massiv verschärft und die Ukraine wird nun besser bewaffnet. Irgendwie bedarf es solcher Einzelheiten, die wie Brandbeschleuniger wirken und den Westen und die USA zur Reaktion animieren.

Es ist nicht ein Grundsatzentscheid: Krieg, das kennen wir von überall auf der Welt, alle Menschen sind Geschöpfe Gottes und ihr Leben ist heilig. Nein, Bilder entsetzen und danach wird beschlossen.

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Gerade läuft auf dem Nachrichtenradion ein Interview mit einem Rotkreuzmitarbeiter, der im Kriegsgebiet Ukraine-Russland den Einsatz leitet, momentan in der Schweiz ist.

Damit endlich wird mir klar, warum ich nicht mit hüben gegen drüben heule, noch pazifistisch bin, im Sinn von: Werft alle Waffen weg, lasst Frauen, kinder und Zivilisten abschlachten, vergewaltigen und dann abschleppen, versklaven und verkaufen. In einer solch riesigen Krise, ist jedes menschliche Unrecht und jede Kriminalität sofort vor Ort und sichert sich sein Stück vom Kuchen.

Das rote Kreuz, so sagt der Interviewte mehrfach nimmt nicht Stellung zu gut und böse. Es arbeitet mit allen Kriegsparteien zusammen: Um Korridore zur Evakuierung zu bekommen, müssen die humanitären Korridore von allen Bewaffneten gewollt und möglichst garantiert werden. Dazu bedarf es ECHTER NEUTRALITÄT.

Genau das ist meine theologische und politische Stellung: Rettet alle Menschen und nicht irgendeine Kriegspartei. Menschen sind Menschen, wir haben eine Erde und die ist besiedelt und es gibt keine unbekannten Kontinente, die neubesiedelt werden können und so Konflikte beseitigt durch räumliche Entflechtung. Deshalb müssen Machtansprüche in die Schranken gewiesen werden: Sie haben keinen Platz mehr. Überall wohnen Menschen und zusammen ist es schön. Jeder Krieg bringt auf allen Seiten nur Verlierer, Tote, Verletzte, Traumatisierte. Sowohl in die Geschichte der Sieger als auch der Verlierer wird das Narrativ aufgenommen und während sich die Generationen ablösen und vergehen, bleibt die kollektive Erinnerung. Irgendwann schreibt sich DIESE Geschichte fort. Je schmerzvoller sie ist, je unterdrückter, je mehr kolonialisiert, desto gefährlicher ist das Aufbrechen einer evtl. jahrhunderte alte Wunde.

Sich widersprechende Kulturelle- und Machtansprüche sorgen für Dauerbrennpunkte. Z. B. die Kurden verstehen sich als eine Kultur, die kurdische. Machtpolitisch ist diese Kultur auf vier Länder verteilt und unterdrückt. Frieden? Ruhe? Fehlanzeige. Diffuse Hoffnung durch Unterdrückung bleibt alles still.

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