Warum?

Tausende Kilometer entfernt vom Ukrainekrieg ist die Schweiz. Durch die modernen Medien und die vielen Bilder und den Rückzug der russischen Truppen aus dem Norden, wo nun die ukrainischen Truppen die Katastrophe aufräumen müssen. Das ist nur bildmässig erdrückend. Diese Zerstörung ist nicht das Ende von jahrelangen Kriegshandlungen und es wurde immer schlimmer, sondern in nicht einmal zwei Monaten entstanden.

Es gibt Erkenntnisse, wo die russischen Truppen herkommen, auch das nur verstörend: Die Ärmsten der Armen, aus russischer Sicht Menschen zweiter Klasse wurden eingesetzt und regelrecht als Kanonenfutter gebraucht. Weil so die Todesfälle und Verletzungen der eigenen Soldaten in den Weiten Russlands quasi geschluckt werden, hat Putin keine politischen Proteste zu befürchten und kann die genaue Zahl der eigenen Verluste vertuscht werden zumindest vor der eigenen Bevölkerung.

Die Satelitenbilder wissen sehr vieles. Was bisher ein Witz war, wird nun genauso in die Realität geholt: Das Satelitenbild sieht, wer wo wann war, welches Kriegsgerät in welchem Einsatz. Die Sateliten bilden in gewissen zeitlichen Abständen ihre Bilder ab.

Ich kann, was mein privates Leben anbelangt, die Frage „warum“ vermeiden: Es gibt keine Antwort darauf. Jetzt im Grossen fällt es mir schwer: Die ganze Aufrüstungszeit hat die Ukraine über Jahre erstens voll realisiert und zweitens dem Westen immer mitgeteilt. Der Westen reagierte nicht. Die Geheimdienste auch der USA haben den russischen Truppenzusammenzug mitbekommen und nur gewarnt.

Warum kommt die Politik scheinbar immer zu spät und vertritt nur nationale Eigeninteressen, die je nach Versorgung mit Öl, Gas und Kohle ganz anders aussehen. Weil wir hier heizen wollen, Auto fahren und unsere Industrie nicht still stehen soll, sterben in Europa nicht nur Soldaten, sondern alle, die einer schlecht ausgerüsteten, vom eigenen Vaterland missachteten und geschundenen Armee irgendwie in die Quere kommen oder von ihr gefunden werden.

In den Geschichtsbüchern lernte ich über frühere Zeiten. Jetzt ist es nicht früher, sondern heute und ich habe genau heute gelebt und spätere Generationen werden fragen: Wie konntet ihr nur? Habt ihr geschlafen, habt ihr es nicht kommen sehen und die Gesamtbilanz wird erscheinen und nicht nur grausame, leuchtende Teilwahrheiten.

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