Anstand vergessen: Guten Tag Frau Graffenried

Das schlimmste Wort im Deutsch muss das „von“ sein. Jeden Anstand vergessen Grüssen mich 80% niemals mit meinem Nachnamen, aber mit Frau Graffenried.

Diese Unsitte war ursprünglich ein rotes, Aristokratie verachtenden Statement, das die Überlegenheit dokumentierte, immer nur Höseler vor mir, Softies, untauglich zu irgendwelchen Führungsaufgaben. Getane Arbeit verachten ist einfach, es selbst besser können,spielt in einer anderen Liga. Nicht jeder v. Graffenried, der seine Staatsaufgaben wahrnahm, hat es nur schlecht gemacht. Auch unter linken, nicht Langbewährten, gibt es faule Eier und Ungerechte. Arm sein gibt keinen guten Charakter. Auch die Überheblichkeit von Grünen und Roten vergisst, dass sie um Luxusprobleme kämpfen und schlicht nur deshalb die Verteidigung der Schweiz proklamieren können, weil sie nur die Lebenserfahrung mitbringen, dass Grenzen bisher zumindest in ihrer Lebensspanne nie angetastet wurden, bis auf den Kampf um den Kanton Jura.

Die haben nicht den Hauch einer Ahnung, dass zuerst die Pflicht kommt. Regimentsfähige Familie bedeutet nichts anderes als dass Väter und falls vorhanden Brüder die Vordersten in der Verteidigung des Alten Berns waren.

Kam Putin der Vorzeit hoch zu Ross mit Heer gegen Bern gezogen, mussten alle regimentsfähigen Berner sofort ihre Pferde satteln und das Heer, hauptsächlich Bauern, hinter sich versammeln.

Ich schau sie mir an, diese von-VergesserInnen und denke meist: Du SchwurblerIn taugst nicht mal für den Tross. In deinen Adern fliesst weder blaues Blut noch rotes, aber Rüebli/Ingwersaft oder Blocherschwurblerei, je nach Gusto, bloss faktisch ist es egal: So bildungsfern, dass unfähig einen langen Nachnahmen zu wiederholen, Ausnahme Verkauf.

Wer mein Portemonnaie nur für zwei Sekunden öffnen will, hat sich zumindest äusserlich noch nie am geldversprechenden „von“ gestört.

Primitiver geht es bestimmt noch, nur will ich es nicht wissen, Soviel wie ich gearbeitet habe, wird in Chefetagen heute gefaulenzt. Manchmal weise ich Menschen auf ihren mangelnden Anstand hin oft nicht. Es mag ein Detail sein, aber es zeigt, dass wer gegen ist, nichts für etwas macht. Wann ist es egal und wann wird es wichtig, wenn Respektlosigkeit um sich greift? Es ist ganz einfach: Hätte der Kanton Bern nicht seine Vergangenheit und genauso wie sie war, wäre er heute nicht der, der er ist.

Und eines ist völlig klar, der Kanton Bern ist bei sozialen Vergehen immer prominent zu vorderst oder fast zu vorderst mit dabei. Das Patriarchat bekämpfen, Frauen und Behinderte befreien, das sollte eine gemeinsame Aufgabe sein von „von“ Frauen und Müllers und Meiers.

Es gibt nicht nur Frauen, es gibt auch aristokratische Männer, die neue Wege suchen, das Althergebrachte echt und authentisch in Frage stellen. Einfach ist das nicht. Mit Silberlöffeli im Mund geboren worden sein, heisst überhaupt nicht, dass die Kindheit bekömmlich war und des Kindes Begabungen gefördert wurden. Nein, die Familientraditionen gilt es einzuhalten. Und da zeigen sich die Bernburger abgehängt von der heutigen Zeit. In früheren Jahrhunderten haben sie Vermögen geäufnet, jetzt schmilzen diese Vermögen, weil sich die Zeiten verändert haben. Was früher Geld einbrachte, kostet heute nur noch.

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