Wie ich Gott segne, wenn ich aufwache um 02 Uhr in der Regel

Gott hat mich geliebt, bevor ich auf der Welt war. Neben Bilderbibel und all denm pädagogisch Wertvollen, was mich meine Eltern lehrten, das Abendgebet gehörte dazu, streckte ich meine eigenständigen Gottesfühler im Kindergartenalter aus:

Gott ist die Liebe und liebt auch dich, war zu erfahren. Das überzeugte mich.

Also begrüsse ich Gott täglich mit den heiligen Gebetsworten: „Mir ist schlecht.“ Das ist mein Tagesbeginn und die nächsten drei Stunden bin ich damit beschäftigt, dieses Übelkeitsgefühl in den Griff zu kriegen. Das geht nur ganz langsam. Gewonnen hat, wer irgendwas total Harmloses in den Magen kriegt.

Der Zusammenhang ist einfach durchschaubar: Fällt das Nachtessen ganz aus oder bleibt es bei wenigen Bissen wie gestern, ist die Verdauung zu lange inaktiv und muss wieder hochgefahren werden.

Das beginnt mit zuckerhaltigen Kaltgetränken. Fruchtsaft hat sich als untauglich erwiesen. Chinin entspannt die Muskeln, Schwepps Tonic geht runter. An besseren Tagen folgt Kaffee. Für schlechtere ist vorgesorgt, Mate Tee* steht dann auf dem Trinkzettel und Stunden später folgt das obligate kalte Ei. Eines runterzuwürgen kann bis zu einer halben Stunde dauern.

Die Küche betrete ich besser mit Scheuklappen, alle Nahrung löst bei mir Brechreiz aus. Muss ich brechen, ist der Tag gelaufen. Das erschöpft mich körperlich solchermassen, zurück ins Bett. Dann gibt es einen Tag zum Balkonpflänzli bemurmeln, höchstspannend muss ich sagen. Untätigkeit kann ich nicht von Natur aus und bin eine widerwillige Schülerin.

…* mate habe ich vor einem halben Leben in Paraguay begegnet und schätzen gelernt. Interessant finde ich, dass ich dieses Getränk nicht durchgesetzt hat im Unterschied zur mexikanischen Küche, die in Arizona kennen gelernt habe. Die gängisten mexikanischen Zutaten gibt es in jedem Grossverteiler.

Mate überhaupt nicht, den gibts nur beim Längass-Tee. Das Lädeli ist Kult. Zu meinen Studizeiten angebetet und viel zu teuer, ab und zu ein Hochgenuss. Das gleiche Lädeli schröpft nun nicht mehr meinen Geldbeutel, ich trage zwei Packungen Tee nach Hause. ich bin uralt, wenn mich Gleichgebliebenes solchermassen entzückt.


So, heute habe ich gekotzt, stehend in der Küche, die Hosen klatschnass und wie ich duschen will nur kaltes Wasser. Ein Gewinn auf der ganzen Linie!

Irgendwelche Wasserarbeiten sind seit Wochen im Gange, das wird grossartigstens angekündigt von der Liegenschaftsverwaltung v. Fischer AG. Dort hat es nicht Behindterte aber nur Dummköpfe:

Da ist dieser rot eingefärbte Anschlagszettel. Das Kontrastproblem beim Lesen, hat niemand eigerechnet. Dann folgt eine Riesenansammlung von Daten. Es könnte sich um ungefähr zehn handeln, nicht übertrieben. Irgendwelche Massnahmeregeln von wegen Wasserverbrauch und so.

Hier wohnt mindestens die Hälfte ALTER LEUTE. Wer kann so lange stehen? Wer kann die Agenda zücken und umnotieren und wer hat das obligate Handy dabei, um den Mist abzulichten? Der Kontrast und die optische Darstellung bleibt unter aller Sau.

Statt nur einzukassieren von den MiteigentümerInnen, sollte die Liegenschaftsverwaltung in wichtigen Fällen und überhaupt DIENSTLEISTUNGEN ERBRINGEN.

Wer flüstert denen, dass das Arbeit heisst und nicht Cüpli konsumieren?

Samstags sollten keine Arbeiten anstehen. Dass das Heisswasser so lange nicht kommt, scheint mir eher ungewöhnlich. Wärs die SBB dann wäre in den Stromverteilungskasten ein Mäuschen geschlüpft oder ein Vögelchen geflattert. Das sind die grossen Zusammenhänge, wenn Züge reihenweise stillstehen: Die Maus ists gewesen und der Vogel, der Ärmste, der kam zu Tode.


Im Behindiblock Jupiter 41 ist der Service in MIETWOHNUNGEN besser: Da könnte ich nicht jetzt, aber später am Tag dem Huswart telefonieren und fragen, was los ist.

Ich lasse doch nicht hunterte Liter Wasser den Ablauf runter, um einmal WARM zu duschen! Wann und wo öffnet das nächste Schwimmbad mit WARMWASSERDUSCHE????

(06 Uhr 23)

Hab ich schon geschrieben, dass mir schlecht ist?


Längst weiss ich, dass Sanitäre auch nur Menschen sind: Die Wasserzufuhrsleitungen stimmen nicht: Links kommt Kaltwasser, wo bei der Mischbatterie Warmwasser ANGESCHRIEBEN ist.

Der Mist ist gang und gäbe, sehr beliebt auf Campingplätzen, die erste Warmwasserbezahlung geht stets drauf, bis ich die irrationale Mischbatterie begriffen habe.

Das Wechselspiel zwischen links und rechts finde ich doof. Früher war klar: Links warm, rechts kalt. So ist es überall angemalt mit rot-blau. Stimmen muss es nicht. Jetzt habe ich solch eine Idiotenausnahme in meiner eigenen Wohnung. Hurrahhhh….. Sie haben gewonnen!


Was immer Megaspass macht bei der Kotzerei ist das Putzen so alleine. Mir ist schlecht, der Küchenboden schmutzig, also feucht aufzunehmen und der Abwaschtrog stinkt nach Kotzebuhbuh.

Auch wenn ich nicht irgendwas habe, habe ich doch aus Gesamterschöpfung gekotzt, der Magen ist maximal instabil, die Fenster alle weit offen. Diesen Kotzebuhplatz muss ich verlassen, bis sich Stabilität eingestellt hat im Magen. Sonst gibts gratis eine zweite, dritte, vierte Runde, immer mit dem unschlagbaren Resultat: Schmutzig von oben bis unten, duschen, neu einkleiden.

Das wäre doch eine berufliche Marktnische für Alte wie mich. Notfallputze: Einmal anrufen und wir bringen den Fall in Ordnung. Dauert keine 10 Minuten, bloss mit meinem Magen geht das jetzt nicht.

Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie schnell ich in den Viano transferieren kann und dann einmal ab durch die Mitte und sammeln von nur Erfreulichem. Ein Schmutzplatz hat noch immer gewartet, bis ich wiedergekommen bin. Das von den Heinzelmännchen ist eine reine Erfindung.

Der Säuregehalt der zurückgekommenen Flüssigkeit muss minimalstens gewesen sein, nichts von Nachwürgen in der Küche, ich stand aufrecht da und bin aufrecht stehen geblieben. Ich vermute schon lange, dass irgendwas mit dem Säurehaushalt meines Magens durcheinandergeraten ist. Die Gallenblase macht Ferien oder so und dann braut sich das Unheil über Stunden zusammen und erst wenn der Magen schön leer ist, dann knallt es.

Gestern Mittag war ich auswärts, Rösti mit Speck, käseüberbacken und ein Spiegelei. Vielleicht hätte ich den Käse auslassen sollen, wer weiss?

Vielleicht macht meine Gallenblase nicht Hitzeferien aber Käsestreik. Das wäre eine voll vernünftige Lösung.

Jetzt würden Bürozeiten beginnen, ich voll adrett und sauber, seit 02 Uhr durchgehend beschäftigt. Ich weiss nicht, warum keiner begreifen will, dass ein Körper, der seit 2 Uhr durchgehend beschäftigt ist, sich genau um 15 Uhr flach legt und der Kopf rattert noch einige Stunden weiter, bis auch sein Tag um ist.

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