Eine Bewerbung IV-Assistenz, gesamter Inhalt

„Guten Abend,

Gerade habe ich Ihr Inserat gelesen und wollte vorab fragen wo Sie denn genau zu Hause sind? „

Das ist das Niveau von IV-Assistenz.

Eine andere Bewerberin hatte 1000 Fragen. Sie suchte nach dem Eingangstor meiner Schwächen.

Die fragen nicht nach der Arbeit, Behinderte werden dominiert. Wer also in dem Sektor arbeitet, versucht es mit Dominanz. Es gibt solche, die arbeiten genau nach mündlicher Vorgabe. Das ist für die Sprecherin Höchstkonzentration: Was ist wo zu finden und genau beschreiben, was damit zu geschehen habe.

Als Pfarrerin habe ich mit Sprache mein Leben verdient. Das gefiel mir.

Wenn ich IV-Assistenzanweisungen geben soll, ist das sehr anstrengend. Evtl. hängt es damit zusammen, dass ich eine geographische Null bin und dann beschreiben können sollte, wo sich das Güfeli im Heuhaufen befindet.

Jetzt werden Bewerbungen von dem Niveau reintrudeln. Das bringt nicht sehr viel. Früher hatte ich an mich den Anspruch, Verständnis für jeden Menschen zu haben wie im Pfarramt.

Mit der Obdachlosigkeit ist der Anspruch weggeblasen. Was ich nich kann oder noch nicht genügend, mich in ein Bewerberingehirn reindenken. Ich bin berufsmässig immer auf Leistung gelaufen, machte es gerne.

Der Assistenzlohn zieht Menschen an, die müssen. Sie wollen nicht wirklich, aber müssen irgendwie Geld verdienen, eher unmotiviert. Die Motivation so zu arbeiten, liegt ausserhalb der Arbeit.

Valable Bewerbungen laufen garantiert über eine Agentur. Meine Eltern hatten eine Ewigkeit lang dänische Au pair Mädchen. Danach hatte meine Mutter trotz Anorexie genau zwei Angestellte bis zu ihrem Tod. Also wurde vorgängig geprüft wie Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin zusammen passen.

Für ein spanisches Au-pair könnte ich mich begeistern. Dann kann ich hablamos Espagnol. Im Alter bin ich ein Sprachenfreak.

Gerade habe ich eine www Seite gefunden, Stichwort Gesellschafterin. 1. Angebot: Zusammen kochen und essen. Exotisch waren meine Bedürfnisse noch nie. Exotisch war immer, dass sie maximal ignoriert wurden und statt Mittagessen zusammen gabs Pillen.

Niemals hat mir irgendeine Psychiatrie diese www Seite gezeigt. Nein, ich sollte immer in die Welt marschieren und um Gesellschaft betteln, weil das behaupteten sämtliche Fachleute immer: Es liege an mir. Nein, Einsamkeit vieler ist das abfallprodukt strikter gesellschaftlicher Regeln, die der Vergangenheit angehören, des maximalen Individualismus in der jeweiligen Kleinfamilie, was Covid als Fake entlarvt hat.

Die gesellschaftlichen Kompromisse in irgendwelchem gesellschaftlichen Filz, sind so oberfaul, dass ich das Ohrensausen kriege. Lieber tot als so leben und das Sahnehäubchen ist immer: „Wir sind glücklich.“ – Wir sind verlogen und missachten unsere Bedürfnisse, was wir mit Chemie zudecken, trifft viel eher ins Schwarze. Wir lügen uns selbst und alle andern nur an.

Ein Mann hat im Burgerspittel Suizid gemacht nicht mit Exit, sondern mit einem Messer. Welch gediegener Abgang und Ausdruck von glücklichem Leben in der verlogenen und vergifteten Atmosphäre des Alterheims.


Ich dividiere doch einfach meine Bedürfnisse auseinander: Wer mit mir in der Töpferei steht muss mit mir weder in den Wohnwagen noch nach Hamburg ins Musical.

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