Sommerloch: Pädophilie

Immer im Sommer, so bin ich es gewohnt, verschwinden irgendwo realiter Kinder und tauchen nie mehr auf, weil sie tot sind oder es ist sonst eine Katastrophe. Im 95 wurde Dtroux verhaftet, geboren 1956.

Warum Europa in der Hinsicht nicht Ordnung schaffen kann, ist ein Problen. Jetzt kommt das www dazu und macht alles noch viel schlimmer, weil Europa hat das www überhaupt nicht im Griff.

In der Schweiz sind Kleinstkanone zuständig für Pädophilie. Kein Wunder, dass die überfordert sind. Das brauch Vernetzung und ist kein Kinderspiel, obwohl Kinder betroffen sind. Die Fälle in Österreich, Natascha Kampusch und die vom Vater missbrauchte Tochter zeigen exemplarisch, welcher Schlendian herrscht auf dem Buckel unmündiger Kinder, deren Martyrium nicht 3096 Tage dauert, wie Kampusch in ihren ersten Buch schrieb, sondern lebenslänglich.

Mitbetroffen Eltern und Geschwister, nahe Verwandte und Bekannte und SpielkameradInnen. Die Östreicherfälle waren im deutschsprachigen Raum immer wieder Thema und als Mutter habe ich Blut geschwitzt: Meine Grosse war reserviert, aber die Kleine plauderte gerne.

Alles nochmals gut gegangen, was nicht selbstverständlich ist. Arbeiten wäre selbstverständlich, wenn nicht nur AkkordarbeiterInnen dieses Wort kennen würden. Der Segen ist immer auch Geschenk. Es braucht ein Nichts und danach ist alles anders. Es braucht irgendwer, der sich um alles foutiert und die Anzahl der davon Betroffenen kann klein oder gross sein: Alle paar Tage diese Wochen irgendwo eine Schiesserei mit Toten und vielen Verletzten.

Jeder der Schützen hat bewusst Waffen mitgenommen und die eingesetzt. Kaum jemand ist in einem solchen psychischen Zustand, dass er eine Waffe nicht von einem Rüebli unterscheiden kann. Im PZM kammen körperlich immer die körperlich Schwächsten drunter. Soviel zu die armen Psychiatriepatienten wissen nicht, was sie tun. Die wissen haargenau WAS SIE TUN. Keiner der Schützen geht in den Wald. Es sind Schulen, Einkaufszenten und belebte Gegenden, gezielt ausgesuchte Ziele.

Und jeder weiss, was er danach sagen muss: Ich habe Stimmen gehört.

Wie mancher hat das einberechnet bei der Tatvorbereitung: Wenn er erwischt werde, mache er einen auf Psycho. All diese psychiatrischen Diagnosen sind längst bekannt auch in der Täterszene. Einige machen Suizid und wer das nicht schafft, macht sofort eine psychiatrische Diagnose.

Dem Täter von Bataclan nahm man nichts ab. Dort war das Entsetzen so riesig, die Tat so schwer, dass nun der Strafvollzug folgt.


Hat mit Straftaten nichts zu tun, aber mit Neurologie: In diesen einen Kletterkurs war dieser eine Hirnverletzte, der anfänglich schnell den Überblick verlor, wo und wie er seine vier Extremitäten organisieren solle, welche Griff in welcher Reihenfolge er loslassen solle, um sich hochzuschrauben.

Wie alle Hirnverletzte realisierte er sein Versagen, regte sich logischerweise auf, bekundete das laut und kritisch. Die Wortwahl war nicht extrem, aber so war er nicht erzogen worden, kaum waren die Worte raus, entschuldigte er sich sofort höflich und wiederholte unablässig die Entschuldigungen, während er nach Hause ging.

Es braucht sehr, sehr viel, dass ein menschliches Gehirn in solch einem Akkutzustand ist, dass nichts anderes Platz hat, als nur dieser Akkutzustand.

Von Fachpersonen wird das unterschlagen. Ein Oberarzt im PZM behauptete, die Schlagenden seien unschuldig. Wären sie das, hätte der Oberarzt auch Schläge abbekommen, weil objektiv ein Unschuldiger nicht gezielt nur Schwächere schlagen kann. Wenn es ihm schlägt, dann trifft es irgendwen.

Und die eine Frau, der es geschlagen hat auch gegen die Pflege, die wurde umgehend entlassen. Das PZM war mit den Schlägen nur überfordert. Uns PatientInnen hat niemand gefragt, wie es ist geschlagen zu werden, über zwei 3 monatige Aufenthalte so schwach sein zu müssen, dass für alle SchlägerInnen das Lieblingsziel. Ganz unter jedem Niveau die süffisante Unterscheidung zwischen Personal und Patientinnen. Eine Patientin wurde später vom Personal dazu angehalten, sich bei mir zu entschuldigen, was mich nur ärgerte. Das Personal hatte sie nicht im Griff, so dass sie mich unzählige Male schlagen konnte. Statt dass das Personal zu seiner Schuld stand, schob es sie auf die Mitpatientin, der es objektiv schlecht ging. Die Institution ist verantwortlich, wenn sie das Setting nicht imGriff hat, nicht die Patientin.

In anderem Zusammenhang habe ich gelernt, dass wenn psychisch Kranke müde werden, dann tauchen sie ab in ihre Krankheit. man kann Stunden mit ihnen verbringen und alles ist total normal und dann wird der Tag zu lang und die Krankheit.

Einmal habe ich einen Patienten überfordert, ohne mir dessen bewusst zu sein. In meiner Whrnehmung war es ein ganz normaler Besuch meinerseits, einziger Unterschied, er wollte bezahlen, ausnahmsweise nicht ich. Kann sein, dass genau das, seine Normalität zum Einsturz brachte. Ich blieb in der Akutsituation ganz ruhig und widersprach ihm nicht, im Gegenteil ich lobte ihn für all sein Können. Ohne Polizei langsam und ruhig entfernten wir uns aus dem Restaurant. Ich fuhr ihn in seine Institution und übergab ihn der Pflege. Allerdings habe ich mit Angst reagiert und ihn seither nie wieder besucht. Ich bin mit den Resourcen immer auf mich selbst geworfen. Ich habe keine Institution, die mich deckt, noch die Kapo, die mir helfen würde. Kann ich was nicht stemmen, muss ich vorsichtig sein. Wenn nicht klar ist, wo der Fehler lag, dann kann ich nichts ändern und damit auf der sicheren Seite sein.

In anderen Situationen wusste ich, wo der Psychiatriepatient seine regulären oder Notmedikamente hatte, dann konnte ich chemisch eingreifen lassen und chemische Ruhe erzeugen. Aber sonst. Überfordernde Situation sofort verlassen, möglichst sozialkompatibel und zurück in Vertrautes, alltägliche Routine, möglichst die Lieblingspflege und der Boden unter die Füsse kommt so zurück.

Kleine Kinder nehmen ihr Nuscheli, Nuggi und Plüschtierchen überall mit. Sie sind immer in Kontakt mit Vertrautem. Erwachsene brauche das auch, was heisst zurück in vertraute Umgebung oder vertraute Rituale: In seiner Institution haben wir wie immer einen Kaffee getrunken. Kaffee trinkt er gern.

So habe ich sehr viele topprofessionelle Dienste an Psychiatriekranken geleistet. Bezahlt war ich nie, ich habe Essen, Trinken Zigaretten, Kleider etc. bezahlt und eben Kleinstausflüge in meinen Autos. Ein Gruppenausflug aus einer Institution gibt nie Kontakt zur Gesellschaft. Selbst bei einer Getränkebestellung im Gartenrestaurant gibt die begleitende Pflege ihren Senf dazu. – Unausstehlich diese Gesamtisolation. obwohl eine Gruppe sich sogenannt in normalem Umfeld bewegt.

Vom PZM hatten wir geführte Ausflüge nach Münsingen und mit Ausgang konnten wir selbst dorthin. Noch jetzt finde ich in den Geschäften Münsingens schnell und einfach was ich suche. Auf dem Land sind und bleiben Gehdistanzen viel kürzer.


Wer kann sich objektiv wehren und siegen?

Kinder gegen Erwachsene?

Unbewaffnete SchülerInnen und LehrerInnen in einem Klassenzimmer oder Schulhaus, das der Täter immer bestens kennt?

Irgendwelche Menschen im Einkaufzentrum oder einem belebten Ort?

Das sind alles Ziele, wo nur einer stark ist.

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