Was ist der Mensch? Gutteres

Gutteres hat gesagt, er setze seine Hoffnung auf die Jugend, weil die sich Internationalität gewohnt sei.

Immer wollen Menschen eine friedliche(re) Welt. Mir scheint das ein sehr vernünftiger Ansatz zu denken, wer mit verschiedenen Kulturen in die Schule gegangen ist, einen Beruf erlernt hat, der oder die ist weniger ängstlich, weil nicht fremd ist, was meiner Generation noch sehr fremd ist.

Was man anders machen muss, ist lernen Menschen zu durchschauen, sich als Person seinen Eigenwert, seine Autonomie zu bewahren. Mein Konzept der Flucht hat mich nicht ein Leben lang gerettet. Irgendwann musste ich hinstehen und sagen: „Jetzt reichts, jetzt ist genug, solange ich lebe, brauche ich, was es zum Leben braucht, wie in nicht Kriegszeiten SICHERE EIGENE VIER WÄNDE:

Nur weil die andern und es ist nicht ihr Verdienst, nicht im Mutterleib beschädigt wurden, sind sie keinen Deut besser.

Natürlich reagiere ich anders, verglichen mit der deutschschweizer Kultur. Bereits in der Waadt darf man wesentlich mehr Temperament zeigen, dort falle ich nicht auf, was auffällt, in Restaurants wünsche ich ein ruhiges Tischchen, wo mich möglichst niemand von hinten erschrecken kann.

Für meine Behinderungsart falle ich auf durch die immensen Kompensationsstrategien, den aussergewöhnlichen Leistungsausweis. Die Jahre, in denen ich in Behindertensportgruppen unterwegs war, musste ich klar die subventionierten Kurse bezahlen, in der Funktion wurde ich missbraucht als Hilfsleitung. Meine Bedürfnisse wurden zufällig quasi im Vorbeigang berücksichtigt oder auch nicht.

Weil ich die Leitung bald einmal durchschaute, wurde ich jeweils klein gemacht. Was anderen hilfreich sein soll, mir ist es Reizüberflutung. Inzwischen sagt meine Kletterlehrerin, wenn ich die Wand berühre, 8-tung Konzentration und schweigt. Das ist korrekt, wenn ich mich nur auf die Wand konzentriere, dann bin ich erfolgreicher. Oft ist es eine Frage der Gewichtsverlagerung, um weiter zu kommen nicht dass ich die Griffe nicht realisiert hätte.

Kommt von unten eine Idee punkto nächster Griff ist das nicht mein Problem, ich muss das Gewicht verlagern.

Warum ist es so schwierig, Menschen das zu geben, was sie brauchen? Warum muss es oben und unten geben? Warum verschaffen sich einige Machtpositionen auch Nationen, um dann auf Kosten der andern zu leben?

Das hat Guterres auch gesagt: Die ganze Welt verbraucht die Ressourcen von 1.6 Welt. DAS GEHT NIE AUF. Warum fragt sich dann ein Europa nicht: „Was brauchen wir, was braucht unsere Bevölkerung?“ Statt dessen geht es um Raffgier, alle sollen immer mehr HABEN WOLLEN. Sicherheit punkto Obdach, Kleidung und Wohnung machen bis zu einem gewissen Grad glücklich und dann ist fertig.

Ich erinnere mich, dass als ich noch im Pfarramt war, hatte ich diese finanziellen Ressourcen, schwamm mit der Masse mit. Was aufwändig war, waren diese Pfarrhäuser mit ihrem Umschwung. Nun Garten jäten und im Kopf Predigt schreiben oder sonst was denken, ging ganz flott. Nicht umsonst sagt man, die Erde erdet.

Was ich nicht begreife, all diese Fitnesszentren, in der Zeit könnte man Rollstuhl schieben und zwei Menschen wären glücklich, Rollstuhl schieben kräftigt.

Auch dieses Body shaming insbesondere für Frauen kommt eines Tages hoffentlich an ein Ende. Es gibt gewiss Wichtigeres als darüber nachzudenken, ob eine Frau 5 oder 20 kg zu schwer ist, um dann am andern Ende der Skala Essstörungen zu machen. Selbst das habe ich begriffen, mit der Mama und dem schlanken Körper der älteren Schwester habe ich immer darauf geachtet, dass ich nicht unten raus falle gewichtsmässig, auch wenn es CPs wesentlich leichter fällt, wenn sie wenig Kilos rumbewegen müssen.


In den Nachrichten natürlich praktisch nur Katastrophen: In den USA soll ein 72 jähriger Mann 10 Menschen getötet haben und etwa soviel verletzt z. T. schwer. Dann hat er sich getötet, in SRF sagt der Nachrichtensprecher, er habe sich selbst hingerichtet. Diese Sprache sollte der zuerst überdenken, bevor er sowas in den Äther lässt:

Es gibt Suizid, es gibt Selbsttötung. Es gibt nie einen Freitod noch Selbstmord, garantiert keine Selbsthinrichtung. Solche moralin saure Sprache, käme sie von einer Kanzel würde sie sofort kritisiert. Nun in dieser woken Zeit ist alles noch viel moralin Saurer. Lerneffekt nicht in Sicht. Solange Menschen Menschen so post mortem(!) fertig machen, wird nichts besser. Die Abwehrhaltung, also Tabuisierung ist schon in der Wortwahl zu spüren. Es wird nicht explizit gesagt aber implizit, dass wer andere getötet hat, der musss gerichtet werden, sogar hingerichtet, die USA kennt die Todesstrafen, also Selbsthinrichtung! Geht es noch grässlicher? Die Angehörigen dieses Täters, die bezahlen nun lebenslänglich den Preis.

Wie üblich folgt danach das Psychogramm und der Mann ist Opfer oder selbst schuld. Nur das ist keine Lösung. Offenbar war nicht bekannt, was den Mann so bewegte, dass er zu der Tat schritt.

Eigentlich sollte der Westen friedliche Kulturen zum Vorbild nehmen und kopieren, was die machen, was deren Geheimniss ist, so man es herausfinden kann. Das gäbe eine von innen her friedlichere Welt. Mit friedlicher Kultur meine ich nicht Freieden aus Angst, weil unterdrückt wird, sondern Frieden von innen heraus. Manchmal macht Not erfinderisch: Meine letzte Kirche, wo ich Pfarrerin war, war eine paritätische, evang.-ref. und kath. Das ging gut, wir haben es alle gut überlebt, man hat sich gegenseitig respektiert und das wäre für mich ein Konzept: Evang.-ref. blieb so und kath. ebenso. Mission war kein Thema, die jeweilige Identität war bekannt und gut ist.

Man muss nur eine Sekunde in die Schuhe dieses Mannes schlüpfen, das war ein einsamster Tod, sowas von nur Gewalt, die Selbsttötung nachdem grosses Leid über andere gebracht wurde, eine Flucht von 40 km und dann Selbstaufgabe. Der Überlebenstrieb ist in der Regel sehr gross. Bis der Punkt of no return überschritten ist, muss die Last erdrückend gross sein, dass es zur Selbsttötung kommt. Sich selbst keine Chance mehr geben. Das kann ein Momententscheid sein, es gibt auch Bilanzsuizide.

Kommentar verfassen